Frau S. habe ich kennengelernt, nachdem sie bereits drei Monate krankgeschrieben war. Bei unserem ersten Treffen war sie sehr passiv und ängstlich. Durch die verschriebenen Medikamente konnte sie kaum eine halbe Stunde konzentriert zuhören.

Durch die Mobbingvorf√§lle in ihrem Betrieb (Frau S. arbeitete 27 Jahre im selben Betrieb), verlor Frau S. kontinuierlich den Boden unter den F√ľssen. Sie war desorientiert und verf√ľgte √ľber kein Selbstbewusstsein mehr. Mit Falschinformationen und Unterstellungen gab ihr ihr alter Arbeitgeber kontinuierlich zu verstehen, dass sie nicht mehr in das Gef√ľge passen w√ľrde. In unserem Erstgespr√§ch betonte Frau S. immer wieder, dass sie keine Chancen mehr h√§tte, eine neue Stelle zu finden und dass sie keine Zukunft mehr sehe.

Bereits nach unserem ersten Treffen konnte ich Frau S. davon √ľberzeugen, dass es wichtig w√§re, ihre seelischen Verletzungen anzuschauen und zu verarbeiten. Ich begleitete Frau S. bei einem sp√§teren Termin zu ihrem Arzt um zu besprechen, ob die Dosierung der Medikamente √ľberpr√ľft werden musste. Die gemeinsame Analyse ergab, dass es lediglich notwendig war, Frau S. zu helfen, damit sie wieder besser schlafen konnte. Dies war mit Naturmitteln m√∂glich.

Durch die Absetzung der Medikamente war Frau S. wieder präsent und konnte klarer argumentieren. Die Sitzungen beim Psychotherapeuten halfen Frau S. zudem, ihre Selbstzweifel abzulegen und Perspektiven zu sehen.

Wenn ich Frau S. traf, ging es oft darum aufzuzeigen, was sie bisher geleistet hatte und ihr auch von meiner Seite zu versichern, dass sie in der Vergangenheit nicht alles falsch gemacht hatte.

In all unseren Gespr√§chen best√§rkte ich Frau S. immer wieder, dass es Sinn machen w√ľrde, sich einer neuen beruflichen Perspektive zu √∂ffnen. Wir begannen langsam dar√ľber zu sprechen, welche T√§tigkeiten ihr Spass bereiten w√ľrden und wo ihr Netzwerk war. Als Frau S. so weit war und sich vom alten Arbeitgeber l√∂sen konnte (hierzu wurde sie von einem Anwalt begleitet), erstellten wir einen ansprechenden Lebenslauf und ein Kompetenzprofil. Dieser Prozess best√§rkte sie in dem, was sie konnte. Flankierend wurde der Kontakt zum RAV gesucht, damit keine existenziellen √Ąngste aufkommen konnten.

Nach sechs Monaten ging es Frau S. viel besser und sie entschied sich mit meiner Unterst√ľtzung auf den Arbeitsmarkt zu gehen.

Frau S. wurde zu ersten Vorstellungsgespr√§chen eingeladen. Wir hatten die Interviews vorg√§ngig ge√ľbt, sodass sie mit grosser Sicherheit bei den potenziellen Arbeitgebern auftreten konnte. 3¬Ĺ Monate nach ihrer Genesung fand Frau S. einen ihr auf den Leib zugeschnittenen Job, ohne Lohneinbussen.

Heute sagt sie, dass es gut war, dass sie diesen Prozess durchmachen musste. Sie wäre mit Sicherheit langfristig in eine Krise gelaufen und hätte nicht den Mut gehabt, etwas zu verändern.


Weiteres Fallbeispiel

Herr P., 36-jährig, verheiratet, zwei Kinder, Leitender Servicemitarbeiter
Verlust Arbeitsplatz infolge eines komplexen Fussbruchs. Die begleitete Aufl√∂sung des Arbeitsvertrages mit bestm√∂glichen Konditionen sowie eine professionelle Unterst√ľtzung f√ľr den Arbeitsmarkt f√ľhrten zum gew√ľnschten Resultat.

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Written by: Andreas B. M√ľller